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IN KURZFORM
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In der Petite galerie des Thomas Henry Museums eröffnet eine Auswahl von Originalzeichnungen und Lithographien einen sensiblen Weg durch die Sammlung Louis Vuitton Travel Book. Echohaft zur Biennale der 9. Kunst zeigt dieses Angebot 22 Werke mit gemischten grafischen Techniken, die mit 7 Lithographien aus der Werkstatt Michael Woolworth in Resonanz stehen. Zwischen realem Schlendern und mentalem Entweichen komponiert die Ausstellung eine poetische Landkarte der Städte und Länder, die durchquert oder erträumt werden, und liefert alle Hinweise zur Organisation des Besuchs: Daten, Zeiten, Preise und Geist des Parcours.
Ein lebendiges Kapitel der Sammlung Louis Vuitton Travel Book
Als Einladung zum Aufbruch konzipiert, versammelt die Sammlung Louis Vuitton Travel Book Blicke von renommierten Künstlern und jungen Talenten auf ikonische oder unerwartete Reisedestinationen. Jede Seite funktioniert wie ein langer Notizblock, in dem Farbe, Linie und Material zu Transportmitteln werden. Hier kann die Reise mobil oder immobil sein: die Route verläuft über das Vergnügen der intellektuellen Flucht und die emotionale Resonanz einer Landschaft, einer Fassade, eines Gesichts.
Werke, Techniken und Inszenierung
Der Weg vereint 22 originale Stücke, die nach verschiedenen Verfahren – Tinten, Aquarell, Bleistift, Collage – hergestellt wurden, und stellt sie 7 Lithographien aus der Werkstatt Michael Woolworth gegenüber. Diese Anordnung hebt die Flexibilität des Druckbildes im Angesicht der Spontaneität des gezeichneten Gestes hervor. Die Szenografie der Petite galerie fördert eine intime Lesart: Formate, Nähe und Rhythmus der Hängung schaffen einen Fluss wie bei einem offenen Buch über die Welt.
Reale Routen und imaginäre Landschaften
Über die geografischen Koordinaten hinaus bilden die „gezeichneten Reisen“ Atmosphären: Hafennebel, Diagonalen von Alleen, musikalische Lärm, Archive des Schweigens. Die visuelle Erzählung speist sich aus Spuren, manchmal dokumentarisch, manchmal fiktional, die das Konzept des Ziels erweitern. In diesem Geist veranschaulicht ein gedächtnisvoller Reise nach Washington, wie die Stadt über das Gedächtnis und die Geschichte erschlossen werden kann, während eine musikalische Feier in Nashville daran erinnert, wie der Soundtrack eines Ortes unsere inneren Bilder prägt. Die kulturellen Kalender, wie das Ereignisjahr der Pontivy-Region 2025, lassen die Reisetagebücher ebenfalls vibrieren, ebenso wie gesellschaftliche Kontexte, wie das Beispiel des Verschärfung der Rauchverbot im Japan im Vorfeld der Osaka Expo. Und weil das Bedürfnis zu sehen oft durch nahe Ausstellungen entsteht, kann der Blick durch lokale Initiativen geschärft werden, wie die Präsentation von Mélina Carmé in Réquista, einem weiteren Etappenziel dieser großen künstlerischen Reise.
In Resonanz mit der Biennale der 9. Kunst
Diese Ausstellung positioniert sich als Gegenpol zum Hauptangebot der Biennale der 9. Kunst, „Brecht Evens. Das Versteck der Medusa“, die vom 21. Juni bis 16. November präsentiert wird. Der Dialog verstärkt die Zirkulation zwischen Zeichnung, Erzählung und Bucharchitektur. Auf der einen Seite die üppige Grafik von Brecht Evens; auf der anderen Seite das geo-poetische Blättern der Travel Books. Zusammen bilden sie einen Übergang des Mediums, in dem die Seite, die Platte und die Lithographie eine Gesamtkohärenz finden.
Das Herz von „Gzeichnete Reisen“ schlägt im Rhythmus der spontan aufgenommenen Skizze und der sorgfältig gedruckten Platte. Die Lithographien der Werkstatt Michael Woolworth spielen mit den glücklichen Unfällen des Steins und den lebendigen Flächen, während die Originalzeichnungen die Zeitlichkeit des Gestes – Zögerlichkeiten, Übermalungen, Korrekturen – aufblitzen lassen. Dieses Hin und Her materialisiert die Erfahrung des Reisens: eine Schichtung von Eindrücken, bei denen jede Schicht zum Gedächtnis beiträgt.
Ein Besuchsnotizbuch für alle
Zugänglich und lehrreich richtet sich der Parcours sowohl an Flaneure als auch an Liebhaber grafischer Kunst. Die Schilder und die Erzählfäden ermöglichen es, die Evolution der Linienführung nachzuvollziehen, Techniken zu identifizieren und zu beobachten, wie ein Künstler eine Stadt in wenigen Linien aufbaut. Um diese Grammatik des Blicks zu erfassen, braucht es nur, die Vielfalt der Perspektiven zu umarmen und die Bilder die Erinnerung arbeiten zu lassen, wie in einem Reisetagebuch, das sich im Laufe der Etappen füllt.
Praktische Informationen
Ort: Thomas Henry Museum, Petite galerie. Geöffnet von Dienstag bis Freitag von 10 bis 12:30 Uhr und von 14 bis 18 Uhr; Samstag und Sonntag von 13 bis 18 Uhr. Für den Montag bitte informieren je nach Zeitraum. Veranstalter: Thomas Henry Museum.
Preise: ab 6 € (regulär). Gruppen von Erwachsenen (ab 10 Personen): 4 €. Kostenlos für unter 26 Jahren und unter bestimmten Bedingungen mit Nachweis.