Eisenbahnerkundung: Die faszinierendsten Zugfahrten von Schweden bis Singapur, beschrieben von der Redaktion des Figaro

Haben Sie Lust, weit zu reisen, ohne den Boden zu verlassen? Platz für die Eisenbahnerkundung: von Schweden bis Singapur, die Redaktion des Figaro nimmt Sie mit auf poetische und clevere Zugreisen: die Inlandsbanan jenseits des arktischen Kreises, der Orient-Express neu interpretiert für kleines Geld, die Schlafwagen von Thailand in den malaysischen Dschungel, bis hin zu den Panorama-Zügen der Schweiz. Zwischen Nordlichtern, mit Fähre über die Stretto di Messina zur Sizilien und den legendären Bahnlinien des Massif Central, finden Sie monatlich unsere schlüsselfertigen Reiserouten: Stopps, Komfort, Budget und Tipps zum Buchen Ihrer Tickets.

Vom Polarkreis zu den tropischen Dschungeln, die Gleise zeichnen Epen, die kein Flugzeugfenster erreichen kann. Hier ist ein Überblick über die beliebtesten Zugreisen, von Schweden bis Singapur: legendäre Strecken, Nächte in Schlafwagen, filmreife Landschaften, köstliche Stopps und gute Pläne (80 bis 150 € in Asien, 300 bis 500 € für die Route Paris–Istanbul, zwei Tage für die Inlandsbanan…). Bereiten Sie die Sandwiches vor, laden Sie Ihre Playlists, stecken Sie ein gutes Reiseführerbuch in die Tasche: Das Fenster wird zum Panoramabildschirm und der Zug Ihr rollendes Wohnzimmer.

Wenn die Bahn das Herz der Reisenden zurückgewonnen hat, liegt das daran, dass sie gewählte Langsamkeit, reduzierte Kohlenstoffbilanz und ein Gefühl für PanoRamics vereint. In Frankreich hatte die SNCF ein Rekordjahr 2023, und 2024 eröffnet bereits neue Horizonte (Hallo TGV nach Berlin und die „Ouigo langsamen“ nach Bordeaux und Rennes). Anderswo schreiben grenzüberschreitende Routen zeitgenössische Odysseen. Die Redaktion gibt Ihnen ihre Lieblingsstrecken an die Hand, mit Komfort-, Budget und Stopps-Suchparametern, um Ihre Reise zu gestalten.

Von Thailand nach Singapur: 3000 km tropischer Szenen

Von den nebligen Höhen von Chiang Mai zu den futuristischen Neonlichtern von Singapur, über Bangkok, die thailändische Küste und den malaysischen Dschungel erstreckt sich dieses Band von 3000 km in etwa zwei Tagen (ohne lange Stopps). Die thailändischen Schlafwagen haben die Patina schöner Geschichten; die malaysischen Züge sind modern und klimatisiert. Was die Kosten angeht: zwischen 80 und 150 €, je nach Klasse (Sitz, Schlafwagen, Abteil). Durch die Reisfelder und Palmenhaine scheinen einige Bilder direkt aus der Landschaft und den chinesischen Szenen zu stammen. Tipp der Redaktion: Teilen Sie die Reise auf, um einen Abend Street Food in Bangkok und einen schwindelerregenden Halt bei den Türmen von Kuala Lumpur zu genießen.

Paris–Istanbul: der Geist des Orient-Express ohne die Kosten

Starten in Paris, ankommen in Istanbul vier Tage später, das Herz voller europäischer Stopps: das ist die Traumroute, um den Mythos ohne das Sparbuch zu belasten, nachzuspielen. Rechnen Sie mit 300 bis 500 € je nach Komfort (Sitz, Schlafwagen, privates Abteil), oft mit einer Reihe von Schlafzügen. In der Zwischenzeit: ein österreichischer Kaffee in Wien, Bäder in Budapest, ein neoklassizistischer Spaziergang in Bucarest. Und bei der Ankunft: die Ufer des Bosporus, schimmernde Tore zu Asien. Reservierung: Denken Sie an die stark nachgefragten Nächte und lassen Sie sich Zeit für die Umstiege – die schönsten Begegnungen entstehen manchmal an einem Bahnsteig.

Große italienische Flucht: Paris–Sizilien, die Stiefel bis zum Schluss

Erzählen Sie, dass Sie mit dem Zug nach Sizilien gekommen sind, und man wird Sie fragen: aber wie? Mit der Fähre, natürlich! Der Zug gleitet in den Laderaum, überquert die Stretto di Messina und fährt dann weiter nach Palermo, Taormina oder Catania am Fuße des Ätna. Die Unterbrechung der Strecke Paris–Mailand erschwert die Reise bis Ende 2024, aber ein Umweg über Nizza oder die Schweiz ist möglich. Budgettipp: Der Trenitalia Pass kann Ihre Odyssee in eine Festivität von Stopps verwandeln, vom Spritz in Rom bis zu den Cannoli von Palermo. Wählen Sie mindestens eine Nacht im Schlafwagen: das Meer beim Aufwachen ist unbezahlbar.

Schweden von Norden nach Süden: Inlandsbanan, ein Laufband der Natur

Die Inlandsbanan erstreckt sich über 1288 km Wälder, Seen und Gebirge, von Gällivare (jenseits des polaren Kreises) nach Kristinehamn, westlich von Stockholm. Man benötigt zwei Tage, um sie in ihrer Gänze zu erleben, an Bord eines Triebwagens, der jeden Sommer mit einem englischsprachigen Führer unterwegs ist. Es ist das Anti-TGV: eine Ode an die Kontemplation, unterbrochen von Stopps, um einen spiegelnden See zu fotografieren oder eine Preiselbeertorte zu probieren. Tipp der Redaktion: Machen Sie einen Abstecher an die norwegische Küste, um die Lofoten zu berühren, oder sogar zu den Wellen von Unstad, wo man unter den Nordlichtern surfen kann.

Ziel Nordlichter: mit dem Zug ins Polargebiet von Paris

Nein, die Nordlichter sind nicht nur Flugzeugen und Schlitten vorbehalten. Von Paris aus erreicht man die schwedische Lappland oder die Lofoten in zwei bis drei Tagen, über etwa 3000 km Gleise. Im Sommer taucht die Mitternachtssonne die Tundra in ein unglaubliches Licht; im Winter tanzen die grünen Schleier über den Dächern während der fast dauerhaften Nacht. Praktische Verbindungen: nach Narvik, um die Lofoten über Land zu erreichen, oder nach Bodø, um mit der Fähre hinzugehen. Was den Komfort angeht, ein privater Schlafwagen und eine Thermoskanne mit Tee tragen viel zur Magie bei. Und wenn das Verlangen nach kaltem Meer Sie packt, machen Sie eine Umleitung nach Unstad, wo die Polarnacht oft mit grünen Vorhängen geschmückt ist.

Der Zug des Aubrac: die Linie, die im Herzen Frankreichs standhaft bleibt

Zwischen Clermont-Ferrand und Béziers durchschneidet die Linie des Aubrac (277 km) Plateaus, Schluchten und Weiden und überquert die Viaduc de Garabit, signiert von Gustave Eiffel. Diese Arterie, einst von Schließung bedroht, wurde durch Gleisarbeiten gerade noch gerettet: ein Grund mehr, sie zu benutzen. Die Bahnhöfe klingen wie ein Gedicht: Roquefort, Millau, Aumont-Aubrac… Um die Naturflucht zu verlängern, zielen Sie auf ein Cévenol-Dorf, das von der Natur heiligt in der Nähe, zwischen Kastanienbäumen und Höhenwegen. An Bord lässt man sich wiegen und beobachtet die blonden Rinder von Aquitanien – die pünktlichsten Zuschauer der Strecke.

Tokyo–Nikko im Spacia X: Futurismus, Zedern und Tempel

Die im Juli 2023 gestartete Spacia X von Tobu Railway verbindet Tokyo mit Nikko in etwa zwei Stunden. Für einige Dutzend Euro gleitet man von Wolkenkratzern zu heiligen Bergen, im samtigen Komfort eines hochwertig gestalteten Zuges mit aerodynamischen Linien. Bei der Ankunft versprechen die Shinkyō-Brücke, die Schreine und der Zedern- und Zypressenwald eine zenartige Pause – und einige Fotos, die Ihr Nachrichtenfeed neidisch machen werden.

Große Zugtour durch die Schweiz: die Kunst des Panoramas

Die Schweiz verfügt über ein so dichtes Netzwerk, dass es beinahe allgegenwärtig ist. Zwischen Städten, Seen und Almen bietet der Große Zugtour eine Strecke, die mit legendären Abschnitten gesäumt ist, wie dem Bernina Express (von Chur nach Tirano). Glaswagons, Schweizer Takt und sogar ein bisschen Boot oder Bus, um die spektakulärsten Bilder zu verbinden. Tipp der Redaktion: Wechseln Sie zwischen Panoramazügen und Regionalstrecken, um die Atmosphäre zu variieren – und die Kosten zu senken.

Auf den Gleisen der Geschichte: die „Eisenbahn des Todes“

Ausgehend von Kanchanaburi, in Thailand, erzählt die Linie nach Birma von einem tragischen Kapitel des Zweiten Weltkriegs. Zwischen 1941 und 1943 kamen fast 100.000 Menschen beim Bau um, der von der japanischen Kaiserlichen Armee durchgeführt wurde. Heute verkehren am Wochenende Ausflugszüge für ein paar Euro, die insbesondere die schwindelerregende Holzbrücke von Tham Krasae über den Kwai-Fluss überqueren. Man trifft auch die sehr beliebte „schwimmende Bahn“. Ein ganztägiger Ausflug, ebenso schön wie notwendig, um Landschaften und Erinnerung zu verbinden.

Gleise in Aufregung: neue Linien und Mikro-Abenteuer

Die Stammkunden haben noch lange nicht genug. Mit Eröffnungen wie dem TGV Paris–Berlin und langsamen Ouigo nach Bordeaux und Rennes verspricht das Jahr inspirierende Verbindungen. Was die Mikro-Abenteuer angeht, schätzt die Redaktion es, einen Umweg zu interessanten Orten zu machen, die mit dem Zug erreichbar sind, wie dem kleinsten Fluss der Normandie, ein perfekter Vorwand für einen Spaziergang zwischen Gezeiten und Mühlen. Und um die Magie auch beim Anlegen aufrechtzuerhalten, nehmen Sie einen Roman mit aus diesen besten Reiseführern – sie lassen sich noch besser lesen, während man die Welt vorbeiziehen sieht.

Aventurier Globetrotteur
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