Im Herzen von Marylebone Village entfaltet Carlotta ein spektakuläres Erlebnis: eine auffällige Dekoration, eine 100 % italienische Speisekarte (ohne Pizza, ja, tatsächlich), einen futuristischen Speakeasy-Keller und einen unwahrscheinlichen „Social Club“, in dem eine leuchtende Jungfrau thront. Getrieben von der Energie der Gruppe Big Mamma und der Küche von Armando di Costanzo (Neapel im Herzen, Nonna im DNA), setzt die Adresse in London auf Pomp, Großzügigkeit und einen Service, der den Raum zum Schwingen bringt. Zwischen antipasti, die knusprig sind, kräftigen primi und zart schmelzenden secondi lacht man, isst, schaut überall hin… und kommt wieder.
Eine Dekoration, die dem italienischen Kino (und Las Vegas) huldigt
Schon beim Eingang gibt eine funkelnde Bar den Ton an: Bei Carlotta ist man nicht gekommen, um zu flüstern. Die Wände sind mit schweren venezianischen Vorhängen in goldenen Reflexen geschmückt, die aus einem Casino stammen — perfekt für einen glamurösen Schwenk. Große Spiegel bis zum Boden, geschnitzte Palmen, Abzüge kämpfender Boxer und selbst retro Porträts von Onkel und Tante des Chefs, im Stil der 70er Jahre, bilden eine Galerie, die ebenso verrückt wie einladend ist. Man hat Spaß daran, alles zu betrachten… und vergisst fast, dass man hier zum Essen ist.
Der „Social Club“, der errötet und lächelt
<pAuf dem Weg zur Toilette — pardon, zum Social Club — bereitet eine Treppe, die mit Fotos von Hochzeiten vergangener Zeiten tapeziert ist (von dem Team gesammelt, echte Leben also) die Bühne. Der Raum, der in rotes Licht getaucht ist, rückt eine Statue der Jungfrau ins Rampenlicht, mit Heiligenschein. Ein kleiner „Raising Eyebrow“-Moment garantiert, zwischen heiligem Volksfest und poppigem Augenzwinkern. Wir lieben den Mut, wir lieben vor allem den Humor.Ein Keller, der die Speakeasys der Zukunft spielt
Unten wechselt die Stimmung. Der „Overflow“ entfaltet eine offene Küche, viel Stahl, knallrote Stühle, eine dunklere Beleuchtung: Man könnte meinen, man sei in der schicken Messe eines Raumschiffes. Ein Speakeasy des 23. Jahrhunderts, wo man fast den Kapitän hören könnte, der ruft: „Noch ein Teller Pasta, Scotty!“
Auf dem Teller: Italien, ja, aber ohne Pizza
Keine Pizza hier — wir wiederholen das für die Überzeugten —, aber eine gut italienische Speisekarte, die in antipasti, primi und secondi gegliedert ist. Der neapolitanische Chef Armando di Costanzo schöpft aus der kulinarischen Kultur der „Botte“ und aus den Erinnerungen an die Trattoria seiner Nonna von 1950. Man beginnt frivol und knusprig: Tempura-Garnelen-Cocktail, hübsche Gambas oder eine Burrata, die bereit ist, zu fließen. Es ist großzügig, es ist fröhlich, und es riecht nach der Großtante, die allen „für die Straße“ nachschenkt.
Die gegessenen Häppchen: Panade, ‘nduja und Cacciatora in Hülle und Fülle
Zu Beginn die Parmigianine Fritte: drei kleine Parmigiana aus Auberginen, paniert, goldbraun, nochmals goldbraun, dann mit geriebener Ricotta salata gekrönt. Außen knusprig, innen weich und tomatig, mit einer Note von zartem Auberginen, eine kleine Schärfe von Gewürzen: der Bissen ruft nach dem nächsten — und dem nächsten.
Jetzt kommen die Spaghetti mit Fleischbällchen in ‘nduja: frische Tomatensoße, schöne, füllige Schweine-Rind-Fleischbällchen, Wolke von Parmigiano. Robustes Gericht, maximaler Komfort; man empfiehlt einen soliden Appetit und einen netten Kellner, um bis zum Taxi zu rollen.
Das Menü geht weiter mit der Cacciatora de Carlotta: drei lange geschmorte Hähnchenschenkel, in Tomatenbad, Taggiasche-Oliven und Kapern. Eine Fülle an Kräutern, großzügiger Saft, zartes Fleisch, das an „Löffel nur“-Genuss grenzt: die Tradition, die den Raum zum Schmelzen bringt.
Als Abschluss eine Crème mit einer Käsequark-Variation nach torta di queso — ultra-schmelzige Textur, großzügig bereichert mit Frischkäse und Mascarpone. Es ist süß, es ist dekadent, es ist die italienische Version von einem Kissen.
Atmosphäre, Service und Publikum: Es vibriert, und zwar stark
Zwischen bequemen Bänken und runden Café-Tischen ist der Raum voll und erreicht fröhliche Dezibelpegel. Das Personal ist so freundlich, dass es fast telepathisch ist: Man ahnt deine Bedürfnisse, bevor du sie selbst weißt. Das Ganze strahlt einen wirklich einladenden Geist aus, eine Adresse, die rockt für diejenigen, die gerne mit Energie zu Abend essen. Die Portionen sind mehr als großzügig: Man verlässt den Raum gesättigt, erfüllt und ein wenig stolz darauf, die ‘nduja bezwungen zu haben.
Italienische Klammer, Träume von Seen und Flucht
Wenn das Verlangen nach Italien nach der Rechnung anhält, verlängert man es gedanklich zu den italienischen Seen, Rückzugsorte der Gelassenheit und bezaubernden Landschaften: perfekt, um die Exuberanz von Carlotta auszugleichen. Und für die Neugierigen, die gerne die Horizonte wechseln, hier sind weitere schöne Seen, die man in Europa entdecken kann, um von Marylebone aus zu reisen, ohne seine Gabel niederzulegen.