Versteckt in einer unauffälligen Gasse in Mayfair bietet The Cocochine ein Erlebnis, das die Eleganz eines vierstöckigen Townhouses, die Herzlichkeit eines leidenschaftlichen Teams und die Präzision einer gehobenen Küche vereint, wo Frankreich, Großbritannien und Sri Lanka sich an die Ohren flüstern. Am Steuer steht Larry Jayasekara, der charismatische Küchenchef und Besitzer, der ein 11-Gänge Degustationsmenü orchestriert, das von seiner Farm Rowler Farm (Northamptonshire) und seinen Fängen von Tanera Island (Westschottland) inspiriert ist. Am Chef’s Counter (acht Plätze) ist die Immersion total: makelloses Brot, präzise Canapés, ein legendäres Kapitel der Meeresfrüchte, Wild mit Kakao-Akzenten und Desserts mit Ceylon-Aromen. Eine vertrauliche Adresse mit köstlicher Inszenierung, ideal, um einen Abend in Mayfair oder ein feines Mittagessen zu vervollkommnen.
Nur einen Steinwurf vom Berkeley Square entfernt reiht sich die charmante Bruton Place umgestaltete Ställe und Stadthäuser aneinander. Hier erhebt sich The Cocochine Etage für Etage, gegenüber seinem genussvollen Alter Ego, dem Rex Deli. Im Erdgeschoss empfängt ein Raum, der mit kastanienbraunen Ledersesseln ausgestattet ist, die fast königlich wirken; ganz oben ein großer privater Salon; dazwischen der berühmte Chef’s Counter, acht Hocker, die dem kulinarischen Theater zugewandt sind. Der Geist des Hauses? Eine Autorenküche, in der französische und britische Einflüsse mit singhalesischen Nuancen flirten, getragen von einer offensichtlichen Obsession für Rückverfolgbarkeit.
Bruton Place, das gut gehütete Geheimnis von Mayfair
In diesem reizvollen mews, abseits des Trubels, spielt das Restaurant auf die Karte des diskreten Schicks: gedämpftes Licht, seidige Texturen, präzise Gesten. Man tritt hier ein, als würde man eine Klammer schließen, bereit, sich von einer sicheren Hand leiten zu lassen. Die Adresse ist intim, gedämpft, aber nie steif: der Raum atmet, das Gespräch fließt, und der Appetit schärft sich.
Der Chef und seine Philosophie
Ursprünglich aus Sri Lanka und mit Stationen in hochkarätigen Häusern (Pétrus, Le Manoir aux Quat’Saisons, Marcus Wareing) ist Larry Jayasekara ein Bonvivant, der Anspruch ohne Pomp einfordert. Sein Markenzeichen? Französisch-britische Aromen mit klaren Linien, erwärmt durch einen Hauch von gewürzen und Kräutern aus Sri Lanka. Am Counter sieht man die Brigade mit einer Pinzette winzige Elemente mit der Präzision eines Juweliers platzieren; im nächsten Moment ertönt ein Lachen: Präzision schließt Freude nicht aus.
Von der Farm und der Insel auf den Teller
Mehr als eine locavore Philosophie, ein Ökosystem: Rowler Farm, 100 Acres im Northamptonshire, liefert fast 95 % der Zutaten für das Restaurant und die Delikatesse, bis hin zu den Blumen, die die Tische schmücken. Meerseitig arbeitet das Team mit dem Fang einer eigenen Insel, Tanera Island, in den Hebriden: Jakobsmuscheln, Hummer, Steinbutt, Langoustinen… Eine außergewöhnliche Basis, geschaffen für Details.
Das Ritual der Vorspeisen: Blasen, Brot und kleine Häppchen
Ein Glas Billecart-Salmon eröffnet den Reigen, begleitet von einem Rosmarin-Popcorn und mit Chili und Curryblättern umhüllten Cashew-Nüssen: die Nase erwacht, der Mund dehnt sich. Dann kommt ein Brot-Duo, das den Willen schwanken lässt: Blätterteig-Brötchen mit karamellisierten Zwiebeln, Thymian und Curryblättern, mit Nussbutter glänzend; ein Sauerteigbrot mit Rosmarin, umhüllt von einem Schleier aus Kithul (Palmsirup). Normandie-Butter mit Salzflecken auf der einen Seite; auf der anderen Seite aufgeschlagene Nussbutter mit Sahne und schwarzem Trüffel: schwer, nicht gehemmt zu bleiben.
Canapés, zwischen hoher Präzision und Schwelgerei
Die Miniatur präsentiert sich in drei Akten. Tartalette mit Wildforelleneiern, fein mariniert (Soja, Mirin, Yuzu), garniert mit Schnittlauch: Strahl, Jod, Frische. Ultraleichte Fritter gefüllt mit 36 Monate gereiftem Comté mit Trüffelsauce, bekrönt von einer Wolke aus Parmigiano (60 Monate): milchige Wärme und Umami. Schließlich, hausgemachter „Pringle“: ein Cracker aus dehydrierten Kartoffeln, gefüllt mit Frischkäse und Zwiebel, gekrönt mit Oscietra-Kaviar: unwiderstehlicher Knusprig-Weich.
Richtung Tanera: das maritime Kapitel
Ein Godello aus Bierzo (Polvorete) begleitet eine bewundernswerte Meeresanrichtung. Otoro von Thunfisch (Bauch), mit 60 Monate altem Soja überzogen, garniert mit Oscietra, kleinen Croûtons und einem Essiggel, um die Gesamtstruktur zu verbinden. Ceylon Crab Salad: Fleisch von königlichem Krabben, Curryblätter und Joghurt, Apfelgelee und Kalamansi; die Feinheit des Krustentiers erhält einen dynamischen Akzent. Riesige schottische Jakobsmuschel, gestreichelt mit Schinken aus dem Elsass und Kombu, garniert mit Preiselbeeren und eingelegten Pfifferlingen, alles mit Kokosmilch umhüllt: jodhaltig, geräuchert, cremig, rund. Üppiger Hummer (~400 g), glasiert mit Ingwer und Hummersauce, serviert mit Sahne: Kraft und Seide. Schließlich, XXL Langoustine, in ihrem eigenen Öl pochiert, auf Topinambur, Edamame und Algen serviert, mit einem Hauch Kaviar, leicht gewürzter Schalen-Bisque: Tiefe und Vertikalität.
Der Erdenteller: Sika und dunkle Schokolade
Jetzt kommt das Sika von Rowler Farm, vierzehn Tage gereift, rosig serviert mit einem Sambol aus Sri Lanka, eingelegten Zwiebeln und einem Hauch Chili, verbunden durch eine Sauce aus dunkler Schokolade. Dazu harmonisiert ein Zweigelt mit geschmeidigen Früchten, der sanft umschmeichelt, ohne zu dominieren. Ein charaktervolles, präzises und lebendiges Gericht.
Ein sonniges Finale: Desserts mit singhalesischer Inspiration
Das Ananassorbet von Ceylon vereint strahlenden Zucker und die Spannung von Gewürzen: Kardamom, Meersalz und Chili als augenzwinkernde Anregung für den Gaumen. Die Ceylon Karamell-Creme interpretiert einen großen Klassiker neu: Kokoscreme, die mit Eiern gesetzt, Jaggery und Vanille, gekrönt mit Sahne, Blattgold und Jaggery-Karamell. Sonnig, seidig, süchtig machend.
Service, Rhythmus und Erfahrung am Chef’s Counter
Am Chef’s Counter beobachten acht Gäste die Choreografie einer Brigade, die auf die Sekunde genau zusammenstellt. Nichts wird hastig gemacht: jeder Gang wird präsentiert, jede Textur erklärt, jeder Duft hat seinen eigenen Auftritt. Die Küche sieht aus wie ein Crescendo-Fest, gespickt mit Blicken, Austausch und, wenn der Chef anwesend ist, einem herzlichen Gruß, der Freude bereitet.
Für wen, und zu welchem Zeitpunkt?
Ideal für Feiern, Verführung oder einfach, um sich einen großartigen Tischmoment in Mayfair zu gönnen. Man kommt gerne zur Mittagszeit zurück, dank einem dreigängigen Menü, das von Dienstag bis Samstag zu einem Festpreis von £55 pro Person angeboten wird. Die Kulinariker werden den Chef’s Counter anvisieren; die Gourmetfreunde in Gruppen reservieren den privaten Salon; die neugierigen Flaneure machen einen Abstecher zum Deli gegenüber. So oder so, man verlässt den Ort mit dem Eindruck, eine Küche des Standortes ebenso wie des Autors gekostet zu haben.